Backpacking: Die Freiheit reist auf dem Rücken mit
Ohne festes Ziel, ohne Hotelbuchung und mit kaum mehr als einem Rucksack und dem Ticket zu reisen, war in der Vergangenheit eine Domäne der Jugend. Heute entdecken immer mehr Reiselustige die ungebundene Freiheit, die in einen Rucksack passt. Da wird Komfortverzicht in günstigen Hostels zum Luxus verglichen mit dem reglementierten Aufenthalt im Sternehotel. Land und Leute rücken näher und manchmal bilden sich unerwartet Gemeinschaften.
Ohne Netz und doppelten Boden reisen
Ganz neu sind Rucksackreisen nicht. Pilger, Forscher oder Händler führten zu ihrem persönlichen Bedarf ebenfalls kaum mehr mit, als die Dinge, die sie tragen konnten. Anders als damals dient die Rucksackreise keinem übergeordneten Ziel außer dem Ausstieg aus dem Alltag. Zumindest auf Zeit. Rucksackreisende lassen sich auf Überraschungen ein und erleben diese auch. Morgens nicht zu wissen, wo man nachts schläft, ist nur der Anfang. Wo es schön ist, wird der Aufenthalt verlängert. Sonst geht es ohne Zwischenstopp weiter. Manchmal auf abenteuerlichen Wegen.
Rucksacktour gut vorbereitet starten
Erste Eindrücke vom fernen und unbekannten Reiseland vermitteln Reiseführer, die für Rucksackreisende geschrieben wurden. „Lonely Planet“ zählt zu den bekannteren Vertretern. Ebenso wertvoll sind Erlebnisberichte anderer Reisender. Sie kennen viele der bekannten Ziele und geben von Fall zu Fall einen aktuelleren Eindruck, als Bücher es könnten. Geheimtipps, wie gute Übernachtungsmöglichkeiten, Veranstaltungen oder Abenteuer, teilen sie mit Interessierten gern. Um auszuprobieren, ob sich die Ausrüstung eignet, reicht schon ein Wochenende in der Heimat: Einfach bis an den Stadtrand fahren und vor dort aus los auf eigene Faust. Noch ist Zeit, das Gesamtgewicht zu reduzieren oder untaugliches auszutauschen.
Pilgern: Gemeinsam mit anderen ankommen
Die spirituell angehauchte Pilgerreise erlebt eine Renaissance. Mehr und mehr Wallfahrer machen sich zum Beispiel auf den Weg nach Santiago de Compostela, um dort den Jakobsweg zu vollenden. Entsprechend gut ist die Bevölkerung an der Strecke auf Gäste vorbereitet. In der Hauptzeit ist Abgeschiedenheit jedoch kaum noch erlebbar. Kurz vor dem Ziel wandern die Menschen in Massen. Dafür schließen sich Gemeinschaften zusammen, die abends das Erlebte reflektieren und Erfahrungen austauschen. Viele der Mitreisenden sind nicht zum ersten Mal auf dem Pilgerpfad und kennen alle wichtigen Stationen. Pilgerherbergen bieten Unterkünfte in wechselnder Qualität für wenig Geld.
Wild und ursprünglich: der Appalachian Trail
Mit rund 3.500 km zählt die Fernwanderroute Appalachian Trail in den USA zu den längsten der Welt. Viele Wanderer versuchen sich daran, den Weg innerhalb einer Saison zu bewältigen. Von März bis Oktober ist der Weg begehbar. Freiwillige halten die Strecke in Ordnung und stehen Wanderern mit Rat und Tat zur Seite. Stippvisiten in Hotels sind nur vereinzelt möglich, wenn die Strecke an größeren Ansiedlungen vorbei führt. Sonst schläft der Backpacker unter freiem Himmel. Die starke Gemeinschaft der Wanderer hält zusammen und unterstützt sich gegenseitig.
Beliebt bei Backpackern: Thailand
Nur wenige Länder sind so gut auf Rucksacktouristen eingestellt wie das Königreich Thailand. Im Norden liegt dichter Dschungel, durch den sich der Mekong schlängelt, im Süden warten endlose Strände. Busrouten führen durch das ganze Land und sind bei Rucksackreisenden wie bei der Bevölkerung gleichermaßen beliebt. Die Lebensart der Thais kommt dem Reisenden sehr entgegen: Food-Markets warten mit frisch zubereitetem Essen auf. An den Stränden sind Holzhütten für wenig Geld zu mieten und in den Städten sind Hostels auf Besucher vorbereitet. Mit ein paar Brocken Englisch kommen Sie fast überall zurecht.
Was Rucksackreisende erleben
Wer heute nicht weiß, was der morgige Tag bringt, ist vor Enttäuschungen nicht gefeit. Vielleicht ist der als grandios angekündigte Strand nicht ganz so feinsandig wie erhofft. Anderes wirkt spektakulär und ist doch in keinem Reiseführer verzeichnet. Als Rucksacktourist erleben Sie selbst bekannte Reiseländer neu und anders. Dafür muss der Trip nicht einmal ins weit entfernte Ausland führen: Entlang der Wanderrouten in Europa ist noch manch bezaubernder Ort zu entdecken.
Ein guter Rucksack darf nicht fehlen
Unser Messe.TV Team war auf der Outdoor 2017 in Friedrichshafen und hat dort auch zwei Beiträge zu Herstellern von Rucksäcken/Backpacks gemacht:
Mountain Hardwear wasserdichter Rucksack
(Bildquelle: Titelbild © eddygaleotti • Fotolia.com)